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Ratgeber · Gebäudereinigung Dresden

Räum- und Streupflicht in Dresden: Zeiten, Breite, Streumittel, Haftung

Wer in Dresden ein Grundstück besitzt oder verwaltet, ist für den Gehweg davor verantwortlich. Was das konkret heißt, steht in der Winterdienst-Anliegersatzung der Landeshauptstadt – und ist präziser geregelt, als die meisten annehmen.

In Dresden müssen Anlieger die Gehwege an ihrem Grundstück werktags bis 7 Uhr und an Sonn- und Feiertagen bis 9 Uhr von Schnee geräumt und bei Glätte gestreut haben. Der Einsatz ist bis 20 Uhr so oft zu wiederholen, wie es die Sicherheit erfordert. Zu räumen ist eine Breite von mindestens 1,50 Metern.

Zuletzt geprüft und aktualisiert am von Enis Dzelilovic, Geschäftsführer der S&E Gebäudereinigung UG (haftungsbeschränkt).

Geräumter und gestreuter Gehweg vor einem Dresdner Wohnhaus im Winter

Wer ist verantwortlich?

Die Landeshauptstadt Dresden überträgt die Räum- und Streupflicht für Gehwege auf die Anlieger, also auf die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke. Bei vermieteten Objekten kann die Pflicht per Mietvertrag auf die Mieter oder per Vertrag auf einen Dienstleister übertragen werden.

Wichtig: Die Übertragung befreit nicht vollständig. Wer die Pflicht weitergibt, muss die Erfüllung stichprobenartig kontrollieren. Genau deshalb ist ein Einsatzprotokoll kein Papierkram, sondern die Grundlage dafür, dass Sie im Schadensfall belegen können, dass der Winterdienst tatsächlich stattgefunden hat.

Die Zeiten: bis wann muss geräumt sein?

Der häufigste Irrtum ist die Annahme, man dürfe um 7 Uhr mit dem Räumen anfangen. Die Satzung verlangt das Gegenteil: Zu diesen Zeitpunkten muss der Weg bereits begehbar sein.

TagGeräumt und gestreut sein bisWiederholung
Montag bis Samstag7:00 Uhrbis 20:00 Uhr, so oft die Sicherheit es erfordert
Sonn- und Feiertage9:00 Uhrbis 20:00 Uhr, so oft die Sicherheit es erfordert

Bei anhaltendem Schneefall reicht ein einmaliger Einsatz am Morgen also nicht. Das ist der eigentliche Grund, warum Winterdienst in Eigenregie so schwer zu leisten ist: Nicht der erste Einsatz ist das Problem, sondern der dritte um 16 Uhr.

Räumbreite und Eckgrundstücke

Auf Gehwegen ist eine Breite von mindestens 1,50 Metern entlang der Grundstücksgrenze zu räumen. Das entspricht der Breite, die zwei Personen zum Begegnen brauchen.

Eigentümer von Eckgrundstücken müssen den Gehweg bis zur kreuzenden oder einmündenden Straße räumen und streuen. Diese Regel wird häufig übersehen und ist bei Eckhäusern der klassische Streitpunkt.

Welches Streumittel ist erlaubt?

Zum Streuen sind Sand, Splitt und Granulat zugelassen. Auftausalz ist für Anlieger in Dresden zum Schutz der Umwelt grundsätzlich verboten – ein Punkt, an dem sich private und gewerbliche Praxis oft unterscheiden.

Für die Praxis heißt das: abstumpfende Mittel bevorraten, rechtzeitig und nicht erst bei Glätte. Und nach dem Winter das Streugut wieder aufnehmen, sonst landet es in der Kanalisation und im Frühjahr auf Ihrer Rechnung für die Parkplatzreinigung.

Haftung: wer zahlt, wenn jemand stürzt?

Kommt es zu einem Sturz auf einem nicht geräumten Gehweg, haftet grundsätzlich derjenige, der die Verkehrssicherungspflicht trägt. Das ist zunächst der Eigentümer, nach wirksamer Übertragung der Mieter oder der beauftragte Dienstleister.

Entscheidend ist im Streitfall die Beweislage. Drei Dinge helfen konkret:

  • Ein schriftlicher Vertrag, der die Übertragung der Verkehrssicherungspflicht ausdrücklich regelt
  • Ein Einsatzprotokoll mit Datum, Uhrzeit, Fläche und verwendetem Streumittel
  • Dokumentierte Kontrolle, wenn Sie als Eigentümer die Pflicht übertragen haben

Ohne Protokoll steht Aussage gegen Aussage – und das geht in der Praxis meist zulasten dessen, der nichts vorlegen kann.

Eigenleistung oder Dienstleister?

Winterdienst selbst zu machen, ist bei einem Einfamilienhaus mit kurzem Gehwegabschnitt meist unproblematisch. Sobald mehrere Objekte, frühe Zeiten, Urlaub oder Krankheit ins Spiel kommen, wird es schwierig – die Pflicht kennt keine Ausnahmen für Abwesenheit.

Eine Reinigungsfirma mit Winterdienst rechnet üblicherweise pauschal pro Saison ab, nicht pro Einsatz. Das ist für die Kalkulation angenehmer: Sie zahlen in einem milden Winter dasselbe wie in einem harten und müssen nicht bei jedem Schneefall über Kosten nachdenken.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Bis wann muss in Dresden geräumt sein?

Werktags bis 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 9 Uhr. Bis 20 Uhr ist der Einsatz so oft zu wiederholen, wie es die Sicherheit erfordert.

Wie breit muss der Gehweg geräumt werden?

Mindestens 1,50 Meter entlang der Grundstücksgrenze. Bei Eckgrundstücken ist bis zur kreuzenden oder einmündenden Straße zu räumen.

Ist Streusalz in Dresden erlaubt?

Für Anlieger ist Auftausalz zum Schutz der Umwelt grundsätzlich verboten. Zugelassen sind abstumpfende Mittel wie Sand, Splitt und Granulat.

Was kostet es, wenn nicht geräumt wird?

Ein Verstoß gegen die Anliegerpflichten ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld von bis zu 500 Euro geahndet werden. Hinzu kommen mögliche Schadenersatzansprüche, wenn jemand stürzt.

Kann ich die Räumpflicht auf meine Mieter übertragen?

Ja, wenn das im Mietvertrag ausdrücklich geregelt ist. Als Eigentümer bleiben Sie aber zur stichprobenartigen Kontrolle verpflichtet.

Wie lange dauert die Winterdienstsaison?

In der Regel vom 1. November bis 31. März. Die Pflicht besteht allerdings witterungsabhängig auch außerhalb dieses Zeitraums, wenn Schnee oder Glätte auftreten.

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